{"id":600,"date":"2021-09-01T21:58:12","date_gmt":"2021-09-01T21:58:12","guid":{"rendered":"https:\/\/con-sinn.de\/wpm\/?p=600"},"modified":"2021-09-03T19:35:07","modified_gmt":"2021-09-03T19:35:07","slug":"der-ochse-und-der-hirte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/con-sinn.de\/wpm\/2021\/09\/01\/der-ochse-und-der-hirte\/","title":{"rendered":"Der Ochse und der Hirte"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<div style=\"height:132px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">Der Ochse und der Hirte<\/h2>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">1<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer sich aufmacht, die Erleuchtung zu suchen, dem begegnet die alte chinesische Zen-Geschichte vom Ochsen und seinem Hirten. Darin steht der Ochse f\u00fcr die Erleuchtung und der Hirte f\u00fcr den Menschen, der die Erleuchtung sucht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Urspr\u00fcnglich waren es nur ein paar Holzschnitte, die den spirituellen Weg des Zen-Sch\u00fclers bebildern. Sie wurde im Jahr 1150 von einem Zen-Meister ins Holz geschnitten und im Laufe der Jahrhunderte von anderen Meistern erweitert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">2<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Erleuchtungssucher ger\u00e4t leicht in die Versuchung, die Geschichte als Wegbeschreibung des Weges zur Erleuchtung zu verstehen und die Bilder als Wegabschnitte auf diesem Weg. Dies ist auch allzu verst\u00e4ndlich, wenn man den lebenslangen, oft m\u00fchevollen Zen-Weg betrachtet, auf dem sich der Sch\u00fcler erhofft, einmal das ersehnte Ziel \u2013 die Erleuchtung \u2013 zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Zen-Sch\u00fcler ist ein Gehender.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Herz des Zen-Weges ist die t\u00e4gliche Praxis, in der Regel in einer Meditationshalle, dem Dojo, was \u00fcbersetzt, \u201eOrt des Weges\u201c bedeutet. Zen versteht sich als Methode, den Gehenden auf diesem Weg zu f\u00fchren, auf den er tiefere Einsichten in das Sein erlangt. Es ist ein Weg in die Freiheit von den Verhaftungen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">3<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte vom Hirten schildert die Wegabschnitte, die der \u00dcbende durchschreitet, um am Ende sogar von der Verhaftung \u2013 die Erleuchtung zu erlangen \u2013 frei zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Grundfrage lautet daher: gibt es \u00fcberhaupt Erleuchtung? Wenn es keine Erleuchtung g\u00e4be, dann g\u00e4be es auch keinen Weg, der dorthin f\u00fchrt und alles \u00dcben w\u00e4re sinnlos.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie der ber\u00fchmte Meister Chuang-tzu ausf\u00fchrt, wird die Suche nach Erleuchtung \u00fcberfl\u00fcssig, wenn die Erleuchtung erlangt ist. Er dr\u00fcckt es bildlich in dem Wort aus, \u201eFalle und Netz werden unn\u00fctz, wenn der Hase und der Fisch gefangen sind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diesem Bild liegt die \u00dcberzeugung zu Grunde, dass Hase und Fisch (die Erleuchtung) zu \u201efangen\u201c sind und dass es \u201eMittel\u201c gibt (die Zen-Praxis), um sie zu fangen. Doch was wird gefangen? Was ist der Hase und der Fisch?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist es das verschmitzte Wesen des Zen, dass am Ende der Sch\u00fcler erkennt, dass seine ganze Suche sinnlos ist und er keine Erleuchtung finden kann? Ist, paradox ausgedr\u00fcckt: Das Wissen zu erlangen, dass es keine Erleuchtung gibt, das Wesen der Erleuchtung? Wenn Erleuchtung nicht das Ziel, sondern der Weg selbst ist, dann ist sie mit den ersten Schritt bereits erlangt, und der Sch\u00fcler am Ziel angekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So f\u00fchrt uns die Geschichte mittenhinein in diese Paradoxien, die den Suchenden auf seinen Weg heimsuchen, angef\u00fcllt mit Fragen und Widerspr\u00fcche, wo Stille herrschen sollte.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">4<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da ist ein Hirte, der die Erleuchtung sucht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum gerade ein Hirte?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Mensch der am Rand steht. Er ist kein Bauer, kein Herr, kein F\u00fcrst, kein Gelehrter, kein Weiser. Hirten leben nicht unter gelehrten Meistern und nicht in Tempeln und Hallen, sondern im Stall und auf der Weide, mit Schweinen, Schafen und Ochsen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Einheirat hat es nicht gereicht. Keine Bauerstochter hat ihn erkoren. Zu dumm ein Handwerk zu lernen, zu ungeschickt f\u00fcr h\u00f6here T\u00e4tigkeiten. Besitzlos schl\u00e4ft er im Stroh bei seinen Tieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum ein Hirte, der die Erleuchtung sucht, jenes h\u00f6chste Trachten des Menschen, den Weisen vorbehalten, den Meistern, den M\u00f6nchen, den Priestern, dem h\u00f6heren Stand, und den Sch\u00fclern, die sich entschieden haben, ihr ganzes Leben in diese Suche zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum ein Hirte, dem untersten Stand, rechtlos, ehrlos, ohne Heim und ohne Haus, ohne Bett, darauf sein Haupt zu betten, am m\u00fcden Abend, dem Regen ausgeliefert und den St\u00fcrmen, den W\u00f6lfen und den Hy\u00e4nen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum ein Hirte?<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>5<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Keine Bildung hat er genossen, nicht einmal lesen kann er. Wie sollte er Zugang zu den heiligen Schriften erlangen, worin die Weisheiten aufgeschrieben sind und die Wege aufgezeigt werden, auf denen die Erleuchtung zu finden ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er kennt die vielen weisen M\u00e4nner und Frauen nicht, die sich alle schon auf den Weg gemacht haben, in der Geschichte des Menschengeschlechts. Wie k\u00f6nnte er auf ihren Schultern stehen? Wie den Weg dort weitergehen, wo sie geendet sind? Wie sich von den Fr\u00fcchten ihrer Weisheiten n\u00e4hren?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er kennt die heiligen Hallen der Meditation nicht, die Tempel, worin der Beistand der G\u00f6tter herbeigebetet wird, und Trost gespendet wird, wenn die Kr\u00e4fte schwinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er ist kein Geweihter, kein Eingeweihter, kein Auserkorener, dem das geheime Wissen \u00fcbergeben wurde. Er ist kein Meister, der von einem anderen Meister best\u00e4tigt wurde. Er ist kein Sch\u00fcler eines solchen Meistes, der ihm den Weg weisen k\u00f6nnte und in Gefahren beisteht, und der ihm einmal best\u00e4tigt, das hohe Ziel \u2013 die Erleuchtung \u2013 erreicht zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum ein dummer Hirte, der keine sakralen Gew\u00e4nder tr\u00e4gt, sondern zerlumpte Fetzen; der keine Schuhe hat und dem Ochsendung durch die Zehen quillt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All das ist wie ein Schlag ins Gesicht der edlen Sch\u00fcler in ihren heiligen Hallen und ihren edlen Kleidern, auch wenn sie sich mit den Zeichen eines Bettlers schm\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All das ist der Hirte nicht.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">6<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum ein Wald, in dem die Erleuchtung zu finden ist? Warum eine solche unkultivierte Wildnis?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Wald ist kein Park mit Springbrunnen und Lauben; kein Klostergarten, darin disputierend zu wandeln; keine Bibliothek mit Lesehallen; keine Universit\u00e4t mit Lehrs\u00e4len; keine Meditationshalle, kein Zendo, kein Tempel, keine Kirche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum ein Wald, weit weg von den Gelehrtenstuben, von den Kirchen und Tempeln; weit weg von den Orten der religi\u00f6sen und geistigen Kultur, von D\u00f6rfern und St\u00e4dten, wo die Menschen wohnen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Keine erhabene Musik labt das Ohr. Nur das Zirpen der Grillen hallt durch den Wald und ab und an ein Vogelschrei. Keine Kunst erbaut das Auge, nur B\u00e4ume, Str\u00e4ucher und Gestr\u00fcpp.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dicht und undurchdringlich, lebensbedrohlich, unwirklich und menschenfeindlich ist der Wald. Wilde Tiere und Dickicht \u00fcberall. Blutegel bev\u00f6lkern die T\u00fcmpel, Steckm\u00fccken beherrschen die L\u00fcfte. Dornen dringen durch die Kleidung und zerkratzen die Haut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kein Weg durchzieht den Wald. Keine freie Sicht, kein Horizont, der Klarheit verspricht. Ab und an eine Lichtung mit Moos und ein paar Pilze und Beeren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum eine solche unwirklich Wildnis, in der die Erleuchtung wohnt; fern von allem Geistigen, das den Menschen erh\u00f6ht; fern von den Stufenleitern, auf denen er die Erleuchtung erklimmen k\u00f6nnte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum ein so bedrohlicher Ort, mit der Gefahr, sich zu verirren und j\u00e4mmerlich zu verkommen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">7<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir erleben den suchenden Hirten, der planlos im Wald herumirrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie sehr er auch sucht, er findet nichts. Er kriecht durch das Unterholz \u2013 zerschunden und zerkratzt ist seine Haut. Er klettert auf B\u00e4ume \u2013 doch er sieht nichts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dumm sucht er herum, ohne zu wissen, was er \u00fcberhaupt suchen soll. Planlos irrt er durch den Wald. Dornen zerkratzen seine Haut. Zerschlissen ist sein Kleid. Er leidet Hunger und Durst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie ein Narr stolpert er planlos durch den Wald. Niemand ist weit und breit, der ihm den Weg weisen k\u00f6nnte, der seine Wunden verbindet und seinen Durst stillt. Niemand ist da, der ihm die Richtung zeigt \u2013 er ist ganz alleine, ohne Rat, ohne Kompass, ohne Karte, ohne Trost, ohne Kumpanen, ohne F\u00fchrer, der den Weg wei\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie die Erleuchtung suchen, wenn sie sich nicht zeigt? Wie etwas suchen, was sich nicht suchen l\u00e4sst, was sich nicht finden l\u00e4sst, was davonl\u00e4uft und sich vor dem Sucher versteckt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie etwas finden, das keine Spur hinterl\u00e4sst, keine Fu\u00dfabdr\u00fccke, nichts, was der F\u00e4hrtensucher zu lesen w\u00fcsste; kein Rascheln im Ge\u00e4st, keine abgebrochenen Zweige, keine Ger\u00e4usche, nichts, woraus eine Richtung zu lesen w\u00e4re.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Plan- und hirnlos herumzuirren \u2013 der hehre Weg zur Erleuchtung?<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">8<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mutlos ist der Hirte, der Sucher der Erleuchtung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tiefe Zweifel \u00fcbermannen ihn: gibt es sie \u00fcberhaupt, die Erleuchtung? Oder macht er sich zum Narren, etwas zu suchen, was es gar nicht gibt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alles hat er schon abgesucht und nichts gefunden, nichts hat sich ihm gezeigt. In finsterstes Dickicht und Gestr\u00fcpp ist er gekrochen. Die Risswunden von den Dornen schmerzen, manche eitern. Hunger und Durst qu\u00e4len ihn und hinzukommt die Angst, nicht mehr aus dem Wald herauszufinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ersch\u00f6pft und mutlos schl\u00e4ft er auf einer kleinen Lichtung ein, entschlossen, den Wald zu verlassen, das Suchen aufzugeben, das Narrenspiel zu beenden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er kann keinen Sinn erkennen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">9<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach unruhigem Schlaf weckt ihn ein Tautropfen, der von einem gro\u00dfen Blatt auf sein Augenlid tropft. Er \u00f6ffnet seine Augen \u2013 \u00fcberall nur Dickicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sich aufrichtend f\u00e4llt sein Blick auf etwas Wei\u00dfes zwischen den Zweigen. Es bewegt sich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was war das?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er schaut genau hin, doch schon war es wieder weg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">War es nur ein Trugbild, ein Nachbild aus seinem Traum?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eigenartig, die ganze Zeit, hatte er verzweifelt gesuchte und er hatte nichts gesehen, doch gerade dann, als er die Suche aufgegeben hatte, da zeigt sich etwas.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie ist das m\u00f6glich? Angestrengt zu suchen und nichts zu sehen und den Blick abzuwenden und die Suche aufzugeben, dann ist es pl\u00f6tzlich da \u2013 und \u2013 wieder hinsehend, verschwindet es augenblicklich. Mit Absicht im Blick ist es weg und absichtslos ist es da.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser wei\u00dfe Fleck zwischen den Zweigen \u2013 was war das?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was hat dieses Trugbild mit Erleuchtung zu tun?<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">10<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hirte wagt es kaum zu denken, denn der wei\u00dfe Fleck kam ihm bekannt vor. Dieses Bild war ihm vertraut: Ochsenhaut. War es die Haut eines Ochsen, wie er sie von seinen Ochsen kannte, die er h\u00fctet?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ochsenhaut zwischen den Zweigen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was soll das, wo er doch aufgebrochen war, die Erleuchtung zu suchen. Und nun das: ein Ochse. Ochsen hatte er den ganzen Tag vor den Augen. Es war das Banalste, was er sich vorstellen konnte \u2013 und das soll die Erleuchtung sein, das gr\u00f6\u00dfte Geheimnis aller Geheimnisse?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welch eine Narretei: so etwas nach m\u00fchevoller Suche zu finden, was er ganz und gar kennt: ein Ochse. Mit ihnen hat er sein Leben lang gelebt. Jede Regung kennt er, jedes Muhen, jede Laune, jede ihrer Freude. Er kennt ihre Leiden, ihre Trauer und ihre Angst, wenn sie zum Metzger gef\u00fchrt wurden. Er kennt die Freude des Bauern, wenn sie ordentlich Fleisch ansetzen. Er kennt den \u00c4rger des Bauern, wenn sie krank sind und vor ihrer Zeit geschlachtet werden m\u00fcssen. Alles ist ihm vertraut \u2013 es ist sein Leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das soll die Erleuchtung sein?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erleuchtung, das Banalste, das Selbstverst\u00e4ndlichste, was es in seinem Leben gibt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das kann nicht sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erleuchtung ist doch etwas Besonderes, etwas ganz Besonderes, ja, das Besonderste \u00fcberhaut, das es geben kann; das H\u00f6chste, das Edelste, das Wertvollste, und kein bl\u00f6der Ochse.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">11<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum ist gerade ein Ochse das Symbol der Erleuchtung, wo der doch das Symbol der Bl\u00f6dheit ist. \u201eDu bl\u00f6der Ochse\u201c beschimpfen sich die Kinder im Hof. Warum kein Stier kein Bulle, Symbol f\u00fcr Kraft, St\u00e4rke, Mut, Stolz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum ein Ochse?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein kastriertes Dazwischenwesen, zeugungsunf\u00e4hig, nicht Kuh, die Milch gibt und die Menschen n\u00e4hrt. Warum kein zeugungsf\u00e4higer Stier, der stolz \u00fcber seine Herde wacht und den die K\u00fche ob seiner Kraft bewundern und mit dem sich die stolzen Matadore messen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum ein Ochse, dessen einziger Lebenssinn darin besteht, Fleisch anzusetzen und geschlachtet zu werden, wenn er das Schlachtgewicht erreicht hat; ein funktionales Nutzwesen ohne Eigenwert; Lebensmittel auf vier Beinen, mit einer definierter Lebenserwartung, an der untersten Ebene des Ansehens?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Ochse, Symbol des H\u00f6chsten, welch ein Hohn.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">12<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und, warum ist der Ochse im Wald?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dort hat er nichts verloren. Dort wohnen die wilden Tiere, Wildschweine, Rehe, W\u00f6lfe. Ein Ochse geh\u00f6rt nicht in den Wald. Seine Wohnung ist der Stall, sein Herr ist der Bauer, der ihm sein Futter gibt und ihn auf die Weide f\u00fchrt, in die eingez\u00e4unte Weide.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein Leben ist begrenzt, eingegrenzt. Es ist ein unfreies Wesen, ein Gefangener.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum dieser unwirkliche, unbegrenzte Lebensraum, der gar nicht zum Ochsen passt? F\u00fcr andere Zwecke wurde er gez\u00fcchtet; angepasst an eine ganz andere Welt als den Wald.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie kann er dort \u00fcberleben?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was soll die Erleuchtung dort, in einer ihr so wesensfremden Welt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Ochse im Wald, die Erleuchtung im Unterholz, ist wie eine Perle im Schweinestall, wie ein Juwel auf dem Misthaufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nichts passt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nichts gibt einen Sinn.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">13<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">War es wirklich ein Ochse?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was k\u00f6nnte es sonst gewesen sein, dieser wei\u00dfe Fleck, der so schnell vor\u00fcberhuschte?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er kennt Ochsenhaut von Klein auf, sie war ihm vertraut. Wenn es ein Ochse war, dann m\u00fcsste er Fu\u00dfabdr\u00fccke von ihm finden und auch Dunghaufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun hatte er wenigstens etwas, wonach er suchen konnte. Die Suche war nicht mehr so sinnlos wie zuvor. Und wirklich, da waren Fu\u00dfabdr\u00fccke eines Ochsen an einer matschigen Stelle, wie er sie sein Leben lang kannte, wie sie ihm als Hirte vertraut waren. Ja, es waren Ochsenspuren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er folgte ihnen, und ein paar Schritte weiter lag zwischen den Spuren ein Dunghaufen, noch ganz frisch. Es muss wohl von heute fr\u00fch sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Irgendwie kam er sich bl\u00f6d vor, im Wald Ochsenspuren zu folgen. Wieso sich hier plagen, wenn seine Welt zuhause angef\u00fcllt war mit Abdr\u00fccken von Ochsenhufen, weit und breit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sich \u00fcber Ochsenspuren und Ochsendunghaufen zu freuen, wohin war er gekommen. Dies durfte er niemanden erz\u00e4hlen. Sie h\u00e4tten ihn verspottet und verlacht.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">14<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er folgte der Spur und pl\u00f6tzlich h\u00f6rte er ein Schnaufen \u2013 typisch f\u00fcr einen Ochsen. Und wirklich, dort auf einer kleinen Lichtung stand er. Ein sch\u00f6ner Ochse, etwas mager, weil es im Wald nicht das Kraftfutter des Bauern gab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er ging auf den Ochsen zu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun zeigte sich, dass er ein Hirte war, der das Wesen von Ochsen verstand. Sie waren ihm vertraut. Er hatte selbst im Laufe seines Lebens etwas von ihrem ochsischen Wesen angenommen. Seine Weise sich zu bewegen, zu atmen, zu blicken, war dem Ochsen vertraut, so dass er stehen blieb und nicht scheu ins Unterholz entwich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Zeit im Wald war der Ochse scheu geworden. Er musste achtsam sein, vor Bauern, Hirten, J\u00e4gern und vor W\u00f6lfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr einen kurzen Augenblick blickte er mit seinen gro\u00dfen Augen dem Hirten in die Augen, dann drehte er sich um und verschwand im Unterholz. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, es war ein Ochse, wie er Ochsen kannte. Sie haben sich ihren Stolz bewahrt, den sie als ehemalige Stiere noch in ihrem Erbgut trugen. Im Herzen sind sie keine domestizierten Wesen. Es war wohl diese unbewusste Sehnsucht nach Freiheit, die diesen Ochsen in den Walt lockte: \u201eLieber ein karges Leben im Wald als ein unfreies Leben als fetter Ochse im Stall.\u201c &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hirte kannte es und liebte diesen Stolz und diesen Freiheitsdrang bei seinen Ochsen, der immer wieder mal durchbrach, wenn sie pl\u00f6tzlich \u00fcber die Wiese st\u00fcrmten und in die Luft sprangen, zwar etwas verhalten und ungelenk und nicht so ungest\u00fcm, wie die Stiere. Der Hirte wusste, er w\u00fcrde ihm nicht nahe kommen k\u00f6nnen, wenn es der Ochse nicht selbst wollte. Er musste warten, ihm Zeit gehen, sich selbst Zeit geben. Jede Ungeduld w\u00fcrde ihn vertreiben.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">15<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So wandte er sich vom Ochsen ab und gab es auf, seiner Spur zu folgen. Er musste seinen eigenen Weg gehen und vielleicht w\u00fcrde er ihn einmal wieder treffen, oder auch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So verlie\u00df er den Wald und kehrte heim.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wieder zuhause fing ihn der Alltag wieder ein und er verga\u00df den Ochsen im Wald. Warum im unwirklichen Wald einen entlaufenen Ochsen suchen, wenn sie auf seiner Weide zu Hauff herumstanden? Warum sich im Wald die Haut an Dornen aufrei\u00dfen, wenn er hier bequem in der Sonne liegen konnte, dutzende von Ochsen vor seinen Augen? Warum etwas suchen, wenn er es bereits kannte. Warum nach dem H\u00f6chste trachten, wenn es nur ein Ochse war?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und doch sp\u00fcrte er, dass etwas in seinem Leben fehlte. Er wusste nicht was. Er wusste nur, dass was fehlte. So konnte es nicht enden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht war an dem Ochsen doch etwas Besonderes, das er nicht gesehen hatte? Aber, wandte sein Verstand ein: der Ochse sieht nicht anders aus als die Ochsen im Stall.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">16<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, der Ochse war anders als seine Ochsen: er war frei, er geh\u00f6rte keinem Bauern, er war kein Besitz. Er hatte sich befreit, war ausgebrochen und in den freien Wald gelaufen, weg von den sicheren Tr\u00e4nken und den fetten Weiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Irgendwie bewunderte er den Ochsen ob seines Mutes, auszubrechen, wegzulaufen, die Sicherheit aufzugeben, die Gemeinschaft zu verlassen und in die Einsamkeit zu gehen und in die Gefahr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">War das nicht auch sein Leben?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lebte er nicht wie seine Ochsen auch in einer Art Stall, auch in Abh\u00e4ngigkeit vom Bauern, in dessen Diensten er stand? War er nicht auch ein Mastochse, der faul herumlag. F\u00fcr sein Leben musste er nicht sorgen und Feinde hatte er auch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es wurmte ihn schon, dass ein dummer Ochse freier war als er, frei wie ein Herr, w\u00e4hrend er ein Knecht war, rechtlos, ehrlos. Der Herr konnte ihn ausstellen, wann es ihm in den Sinn kam, und w\u00fcrden die W\u00f6lfe einen Ochsen rei\u00dfen, dann w\u00fcrde er ihn rausschmei\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine Gedanken drehten sich im Kreis. Der Wald zog ihn an, doch was sollte er dort?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Blick in die Augen des Ochsen hat ihn ver\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine Freiheit war erwacht.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">17<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er war wieder im Wald, doch anders.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vorher war er ein Suchender. Als er den Ochsen gefunden hatte, war das Suchen zu Ende. Warum einen Schatz suchen, wenn man ihn gefunden hat; warum Fisch und Hase fangen, wenn sie erlegt sind?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Suchen hatte etwas W\u00fcrdelostes an sich. Er war davon abh\u00e4ngig, etwas zu finden. Und ohne etwas zu suchen, w\u00e4re die Suche g\u00e4nzlich ohne Sinn. Suchen und finden waren zwei Seiten der gleichen Medaille \u2013 untrennbar verbunden. Suchen, ohne Absicht, etwas zu finden, das war die reine Absurdit\u00e4t. Das w\u00e4re, zum Einkaufen zu gehen, ohne etwas kaufen zu wollen; oder, etwas zu trinken, ohne den Durst l\u00f6schen zu wollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Wald zu gehen und den Ochsen zu suchen, damit w\u00fcrde er sich zum Deppen des Ochsen machen, von ihm abh\u00e4ngig, dass er sich gn\u00e4dig zeigen w\u00fcrde, wenn er nur lange genug suchen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch die Suche h\u00e4tte der Ochse ihn in der Hand, er konnte mit ihm spielen, wie es ihm beliebt. Er konnte in der Ferne vorbeihuschen und ihm die Hoffnung erwecken, dass er sich nun finden lassen w\u00fcrde, um dann wieder zu verschwinden. Er hatte es erlebt, dieses, sich von seiner Suche narren zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das konnte es nicht sein, was er im Herzen begehrte.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">18<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er legte sich auf ein Moospolster in einer Lichtung und starrte in den Himmel. Was suchte er eigentlich \u2013 er wusste es nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Suchte er \u00fcberhaupt etwas?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn er nach einer anderen Identit\u00e4t suchte, als die eines Hirten, dann br\u00e4uchte er nicht in diesen Wald zu gehen, sondern m\u00fcsste sich um eine andere Stelle umtun. Aber das war es auch nicht. Er war mit seinem Hirtensein zufrieden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Irgendwann waren ihm seine Gedanken zu bl\u00f6d.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine Ochsen machten sich keine solchen Gedanken \u2013 sie lebten einfach in den Tag hinein und freuten sich \u00fcber jeden saftigen Grashalm. Auch, dass sie einmal geschlachtet w\u00fcrden, war ihnen egal. Irgendwann w\u00fcrde auch er sein Leben verlieren, vielleicht auch geschlachtet werden, in einer Schlacht im Krieg. Was war schon der Unterschied?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als er damals in den Wald ging, suchte er noch nach etwas Besonderem, nach etwas Erhabenem, etwas Heiligem, nach der Erleuchtung, doch als er den Ochsen gesehen hatte, dieses Banalste in seinem Leben, war jede Hoffnung auf dieses Besondere entschwunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das H\u00f6chste hatte sich als das Banalste herausgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf seiner Suche nach Erleuchtung hatte er das gefunden, was er den ganzen Tag vor der Nase hatte, oft auch in der Nase: Ochsengestank.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">19<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Irgendwie befreit, lag er auf seinem Moospolster.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es war ihm nicht mehr nach Suchen. Sie hatte zu nichts gef\u00fchrt. Er war frei geworden, frei von der Suche, frei vom Ochsen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Suche war wie ein Spiegel. Der Ochse war wie ein Spiegel. Er hatte hineingeblickt und darin sich selbst gesehen; hatte das gesehen, was er den ganzen Tag vor seinen Augen hatte. Mit dem suchenden Blick sah er das, was er normal auch sah: Ochsenhaut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend er so vor sich hin sinnierte, raschelte es im Unterholz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und siehe da: der Ochse, der sich durch die \u00c4ste zw\u00e4ngte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da stand er, selbstbewusst und wissend, dass er kein Ochse der Herde des Hirten war, und dass der Hirte keine Macht \u00fcber ihn hatte. Er stand nicht da, weil er vom Hirten etwas wollte, oder sich vor dessen Stockschl\u00e4gen f\u00fcrchtete. Er stand auch nicht da, weil er etwas zu Fressen wollte, oder wollte, dass ihn der Hirte in den warmen Stall heimf\u00fchre. Er stand hier, weil er hier stehen wollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er hatte den Hirten nicht gesucht, denn in ihm war nichts, was er suchen wollte. Schon gar nicht wollte er Hirten suchen, jene Wesen, denen er entronnen war, von denen er sich befreit hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwar verband er mit Hirten auch gute Gef\u00fchle, denn sie waren auch seine Freunde gewesen, die sich ihm ihn sorgten und die mit ihnen auf den Weiden weilten. Irgendwie waren sie ihm \u00e4hnlich, denn auch sie geh\u00f6rten dem Bauern. Zwar hatten sie andere Aufgaben, doch im Grund war es das gleiche. Sie waren auch Ochsen, die die Freiheit liebten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">20<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Langsam betrat der Ochse die Lichtung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er war satt und es war Wiederk\u00e4uenszeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Langsam legte er sich nieder, wie es Ochsen tun, die Vorderbeine nach hinten schlagend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zeit des Wiederk\u00e4uens ist eine besondere im Tageslauf eines Ochsen. Eine Zeit der Ruhe und nicht des Fressens und nicht des Nahrungssuchens, und auch nicht des Schlafens. Die gleichf\u00f6rmige Bewegung des Kauens beruhigt \u2013 satte Zufriedenheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kopf des Hirten liegt neben dem des Ochsen im Moos.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Mahlger\u00e4usche des Kauens dringen an sein Ohr \u2013 jenes bekannte Ger\u00e4usch, das sein Leben begleitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Augenlider des Ochsen sind halb geschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In sich gekehrt, liegen beide im weichen Moos.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der kleinen Fensterl\u00fccke, die ihm die B\u00e4ume einen Blick in den Himmel gew\u00e4hren, ziehen die Wolken vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es hat sich ergeben, ohne Suchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ochse ist ihm nahe und vertraut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hirte setzt sich neben dem Ochsen und lehnt sich mit seinem R\u00fccken an den R\u00fccken des Ochsen. Er sp\u00fcrt seine W\u00e4rme, f\u00fchlt den Schlag seines Herzens. Seine Haut ist vernarbt, von den Dornen und den Stichen der Insekten.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">21<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abendk\u00fchle kriecht in den K\u00f6rper.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ochse r\u00fclpst und furzt. Der Gestank der G\u00e4rgase l\u00e4sst den Hirten aufwachen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist Zeit zum Aufbruch. Die Leere der Gedanken f\u00fcllt sich und die B\u00e4ume und Str\u00e4ucher, die Moose und Flechten, M\u00fccken und Fliegen erwachen aus ihrem Schlaf. Die Luft f\u00fcllt sich mit den Lebensger\u00e4uschen aus dem Wald.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Langsam erhebt sich der Ochse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zeit des K\u00e4uens ist zu Ende. Anderes steht an. Er wendet sich um und setzt pl\u00e4tschernd einen gro\u00dfen Haufen Kot auf das weiche Moos. Der Hirte kennt diese runden Haufen, diese Fladen, die die Fliegen anziehen, mit ihrem Muster an konzentrischen Kreisen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-607 alignright\" src=\"https:\/\/con-sinn.de\/wpm\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Kuhfladen-300x196.jpg\" alt=\"\" width=\"201\" height=\"131\" srcset=\"https:\/\/con-sinn.de\/wpm\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Kuhfladen-300x196.jpg 300w, https:\/\/con-sinn.de\/wpm\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Kuhfladen.jpg 304w\" sizes=\"auto, (max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da steht er, der Ochse, mit seiner K\u00f6rperf\u00fclle, schei\u00dfend und r\u00fclpsend, mit seinen gro\u00dfen dunklen Augen und seiner sanften, feuchten Nase.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er krault ihn zwischen seinen H\u00f6rnern, wo es Ochsen besonders m\u00f6gen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann dreht sich der Ochse um. Der Hirte schl\u00e4gt ihm mit einer Hand liebevoll auf seinen Arsch, dass es klatscht: &#8220;Geh in deinen Wald, Alter \u2013 es ist Fressenszeit und ich muss nach Hause, meine Ochsen wollen in den Stall.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und beide gehen ihre Wege.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">22<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zuhause f\u00fchrt er seine Ochsen in den Stall und f\u00fcllt das Heu mit der Gabel in die Raufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebevoll krault er ihr krauses Fell zwischen den H\u00f6rnern, wo sie es besonders m\u00f6gen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er klatscht liebevoll mit einer Hand auf ihre muskul\u00f6sen Ges\u00e4\u00dfmuskeln, und Ochsendung quillt durch seine Zehen: &#8220;ich soll euch viele Gr\u00fc\u00dfe ausrichten, von eurem gro\u00dfen Bruder.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_uag_custom_page_level_css":"","ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[12,10,17],"tags":[],"class_list":["post-600","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-peter-schopf","category-poesie","category-texte"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v20.2.1 - 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